Talsperrenbetrieb fand gute Lösung

11.10.2018

Am Sonntag erhielt unser Verein die Mitteilung, dass  Tonnen von Fischen (vor allem Giebel und Barsche) am Bauwerk 1 der Talsperre Kelbra (sowohl oberhalb, als auch unterhalb) standen und zu ersticken drohten.

 

Am Dienstag hat der Talsperrenbetrieb gehandelt und Bretter oberhalb am Bauwerk 1 eingesetzt, so dass das Wasser jetzt etwa 3 m in die Tiefe stürzt und mit Sauerstoff angereichert wird. Damit konnte ein großes Fischsterben verhindert werden. Dafür bedanken wir uns bei den Mitarbeitern des Talsperrenbetriebes.

 

Für uns unverständlich, das der "Gewässerkundliche Landesdienst" diese Notlösung zwei Tage blockiert hatte. Er wollte sogar das Bauwerk 1 ganz schließen lassen, damit der Soolgraben kein Wasser mehr hat und die seiner Meinung nach "minderwertigen Fische" nicht in die Helme gelangen.  Ein qualvoller Tod wäre dann für alle Fische die Folge gewesen.

 

Wer legt eigentlich fest, was ein minderwertiger Fisch, Vogel oder Säugetier ist.

Gibt es kein Tierschutzgesetz?

Wo sind wir in diesem Land hingekommen, wenn ein im Anhang des Wassergesetzes festgelegtes Gewässer erster Ordnung einfach trockenlegt werden soll und Fische qualvoll sterben sollen.

Übrigens der "Soolgraben" oder auch Schalengraben genannt, mündet unterhalb der Stadt Kelbra in die Helme und ist ein kleiner "Geheimtipp". Selbst große Aale und Hechte werden in diesem Gewässer regelmäßig gefangen.

Inzwischen hat sich die Situation entspannt. Einige Barsche und Zander sind leider verendet und dienen den vielen Möwen als Futter. Darüber hinaus wurden und werden Abfischungen durch Vereine vorgenommen und die noch vorhandenen Fische in andere stehende Gewässer umgesetzt.

Wer von den Vereinen noch Interesse hat, für stehende Gewässer Weißfische zu erhalten, bitte bei Angelfreund Frank Gabriel melden, damit mit dem Talsperrenbetrieb die entsprechenden Absprachen erfolgen können.

F.G.

 

Foto: Fische schnappen wegen Sauerstoffmangel nach Luft