Runder Tisch zur Beilegung der Kontroverse zum Stauregime an der Helme-Talsperre

27.06.2020

Kelbra; Donnerstag, den 25. Juni

Mit der Eröffnung des " Runden Tisches" will Umweltministerin Claudia Dalbert eine breitere Beteiligung der Nutzer der Helme-Talsperre während der Evaluierung des neuen Stauregimes erreichen.

Neben ihrem Haus waren auch Vertreter des Landes Thüringen und der angrenzenden Landkreise angereist.

Das die Helme Talsperre (TS) Kelbra  in erster Linie dem Hochwasserschutz dient und Ihre Steuerung im Zusammenspiel mit der Unstrut-Talsperre Straußfurt zu betrachten ist, erläuterte Burkhard Henning als Geschäftsführer des Talsperrenbetriebes nochmals zum allgemeinen Verständnis. Dafür gibt es klare Festlegungen an denen weder herumexperimentiert noch etwas verändert werden soll.

Das wissen auch die Menschen der Region durchaus zu schätzen, blieben ihnen Überschwemmungskatastrohen  mit verheerenden Schäden in den vergangenen 50 Jahren erspart. Durch diese verantwortungsvolle Steuerung genießen die Mitarbeiter des Talsperrenbetriebes  große Achtung und Anerkennung, so auch unter den Anglern.

Um was es aber beim „Runden Tisch“ geht, sind die unterschiedlichen  Vorstellungen bei der Steuerung der TS außerhalb hochwasserführender Zeiten. Und hier setzen unterschiedliche Akteure mit ihren Vorstellungen an. Ein vom Umweltministerium erarbeitetes, verändertes Stauregime soll offenbar zielgenauer, besonders ausgewählten Vogelarten dienen. Welche weiteren Interessen dabei verfolgt werden, bleibt zunächst im Dunkeln.

Offenbar meinte man noch bis vor kurzem im Magdeburger Umweltministerium, die Unfehlbarkeit im Naturschutz ist einzig und allein von der Dicke der Druckerschwärze im Verordnungstext abhängig. Das dem offenbar nicht so ist, haben wir jetzt mit Zustimmung zur Kenntnis genommen und sind gern bereit, unser Wissen und unsere Erfahrungen für ein ausgewogenes Konzept an der TS einzubringen.

Es wäre weitsichtig gewesen, als ein erstes Zeichen zu schaffenden Vertrauens, die restlose Entleerung auszusetzen. Das wurde leider verpasst. Wer aber glaubt, unter dem Deckmantel des "Runden Tisches"  die Evaluierung mit der vollständigen Entleerung fortsetzen und den Tod von vielen Fischen weiterhin billigend in Kauf nehmen zu können, wird auch weiterhin von uns behelligt.

Ob das jetzt gewählte Format den vorgegebenen Erwartungen gerecht wird, hängt im Großteil davon ab, welche Erwartungen man daran knüpft. Die Angler in der Region sind bereit, jedem die Hand zu reichen, der für eine ausgewogene Lösung streitet, die zugleich ein Verschlechterungsverbot für alle Arten garantiert. So sieht es auch die NATURA 2000 Landesverordnung vor.

Den Runden Tisch gibt es auch als [Live-Übertragung]. (hakt immer mal)

Am Rande sei nur noch erwähnt, dass ich bei der vor wenigen Wochen stattgefundenen Tagung Kranichschutz Deutschland in Roßla vom Veranstalter trotz offener Einladung nicht eingelassen wurde. Das ist für mich kein Beinbruch. Dass aber der Bundestagsabgeordnete Torsten Schweiger trotz freier Plätze keinen Zutritt  zum „Runden Tisch“ erhielt, ist schon weit mehr als nur Stilbruch. Aber einen herzlichen Dank für sein Interesse gibt es von unserer Seite.  GJ

 

Foto: TS Kelbra - ein Hort der Stille

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Helme Talsperre Kelbra (27.06.2020)

Helme Talsperre Kelbra  mit neuem Stauregime