Grundsteinlegung für Naturerlebniszentrum am Stausee bei Kelbra
Kelbra, den 10. Juli 2025
Mit der Grundsteinlegung für das Naturerlebniszentrum Stausee (NEST) an der Helme-Talsperre in Kelbra, wurde der Startschuss für die Errichtung eines bedeutsamen Zentrums für Tourismus, Umweltbildung und regionaler Identität gegeben. Die veranschlagten Baukosten von acht Millionen Euro werden aus Mitteln des Strukturwandels finanziert.
Der Blick auf die Teilnehmer des Festaktes aus Stadt, Kreis und Land lässt schon einen Ausblick ahnen, auf die dann zu erwartenden Gäste bei der feierlichen Eröffnung, die für 2027 geplant ist.
Abgesehen vom Für und Wider des Neubaus, sehen wir unsere Verantwortung bei der inhaltlichen Ausrichtung darin, aquatische Themen, insbesondere den Fischartenschutz nicht nur peripher zu behandeln.
Ganz in diesem Kontext haben wir uns von Anbeginn dafür eingesetzt, das NEST nicht auf ein „Kranicherlebniszentrum“ zu reduzieren. Mit der Teilnahme des Präsidenten des LAV, Herr Uwe Bülau und des Geschäftsführers des KAV, Herr Arndt Kemesies unterstreichen wir als größter anerkannter Naturschutzverband im Land unsere Bereitschaft, einen Beitrag zur inhaltlichen Ausrichtung leisten zu wollen.
An den Gestaden der Helme, die bereits 2012 & 2013 aufgrund unserer Bewerbung zur bundesweiten „Flusslandschaft des Jahres“ gekürt wurde, zeugen nicht nur das Innehaben des Fischerei-Ausübungsrechts am Fließgewässer und an der Helme-Talsperre von Fach- und Sachkunde im Umgangen mit den uns anvertrauten Biotopen, sondern tragen auch zwei von uns inhaltlich gestaltete Naturlehrpfade ökologische Bildung ins Land. So gesehen sind Angler weit mehr als „Abschöpfer“ des fischereilichen Ertrags. Wir sind erwiesener Maße nach die Fachpfleger der Gewässer und Fischbestände. Ohne Angler leiden nicht nur Fischgesundheit, Strukturdiversität und Artenvielfalt am und im Wasser, sondern auch Kontrolle, Früherkennung und der Einsatz von Man-Power zur Gefahrenabwehr und zur Schadensbekämpfung.
Die [gemeinsame Erklärung der Teilnehmer des „Runden Tischs“ zur Talsperre], der durch das Ministerium initiiert wurde, zeigt das konstruktive Wirken der Angler. Umweltstaatssekretär Dr. Steffen Eichner würdigte die Arbeit aller Teilnehmer mit den Worten: „Im direkten Gespräch konnten auch konfliktträchtige Themen rund um die Nutzung des Stausees ergebnisoffen besprochen und Lösungen gefunden werden.“
Zum Bedauern aus Sicht der Angler ist es nicht gelungen, eine durch alle Mitglieder des RT getragene, gemeinsame Erklärung zu verabschieden. Die Verweigerung vom NABU Sachsen-Anhalt und der LAG Kranichschutz Sachsen-Anhalt (im Dokument Seite 8 mit 1 gekennzeichnet und Fußnote), einen weitgehend respektierten Kompromissvorschlag zuzustimmen, stellt sich für uns nicht als standhafte Verteidigung der fachlichen Einschätzung dar, sondern als Unfähigkeit gesellschaftliche Erfordernisse zu erkennen und lösungsorientiert zu beantworten.
Nutzen wir gemeinsam die Errichtung des Naturerlebniszentrums als neuen Impuls, Naturschutz als interdisziplinäres, alle Arten und Wechselwirkungen umfassendes Ausstellungs- und Bildungsangebot zu erfassen, um Schulklassen, Touristen, Fachgruppen sowie die interessierte Öffentlichkeit über Themen wie Wasser, Klimaschutz, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung zu informieren.
Text: Gerhard Jarosz
Bild zur Meldung: Foto: Steffi Rohland; während im Vordergrund (v.l.n.r.) Herr Dr. E. Wallbaum (AL Umweltministerium), Herr B. Henning und Herr M. Hohmann, (alter und neuer GF TSB) mit Kelle symbolisch den Grundstein legen, verfolgen im Hintergrund Herr Arndt Kemesies, GF des KAV und Herr Uwe Bülau, Präsident des LAV (weiße Hemden) den Festakt
Fotoserien
Grundsteinlegung für Naturerlebniszentrum am Stausee bei Kelbra (12.07.2025)
Impressionen von der Grundsteinlegung