Traditioneller Frühjahrsputz am Vereinsgewässer
Wallhausen, den 21. März 2026
Es war kein Bilderbuchwetter, als sich am ersten Tag nach Frühlingsbeginn bei mageren +3 °C mehrere Trupps des Wallhäuser Anglervereins zu einem Gewässerpflegeeinsatz trafen. Sowohl am Eichgraben, über den Fließgewässerabschnitt der Helme zwischen Straßenbrücke und Bohrschacht bis hin zum Kiessandtagebau, waren genug Uferabschnitte vorhanden, die einer gründlichen Zuwendung bedurften. Der Vorsitzende, Werner Schomburg und sein Vorstand hatten bereits auf der Jahreshauptversammlung im Januar hierfür die Weichen gestellt, wissen sie doch um das Phänomen des mystischen Wachstums von Unrat und Müll, unabhängig von der im Verborgenen liegenden wundersamen „Aussaat“.
Natürlich wurde der gemeinsame Einsatz auch genutzt, um aktuelle Fragen zu erörtern. Übereinstimmend wurde die Sorge über die Entwicklung im Nahen Osten zum Ausdruck gebracht und die Aussage unserer Regierung unterstützt, uns nicht in den Krieg hineinziehen zu lassen. Auf anderem Gebiet, wie dem des Artenschutzes erging deutliche Kritik nach Brüssel. Angesichts des erneuten Einfalls von über tausend Kormoranen im vergangenen Winter in der Helme-Aue und dem damit drohenden Verlust autochthoner Fischarten, ist das zögerliche Verhalten der EU nicht mehr hinzunehmen. Ohne die Unterstützung der Jägerschaft Sangerhausen, so die einhellige Meinung, wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Totalverlust zu beklagen. Neben dem Fließgewässer Helme waren nicht nur die Saale und die Elbe betroffen (die Medien berichteten). Die Forderung des Präsidenten des DAFV, wonach Fischartenschutz kein Artenschutz zweiter Klasse sein darf wurde übereinstimmend bekräftigt. Die Angler fordern von der Bundesregierung eine überfällige Neujustierung im Artenschutz und von Brüssel die Durchsetzung eines europaweiten Kormoranmanagements, jetzt!
Neben den politischen Forderungen wurden zugleich weitere Absprachen zur Vorbereitung einer ökologischen Bildungsoffensive besprochen. Gemeinsam mit der Grundschule wird an vier Tagen Ende April und im Mai der Wandertag genutzt, um unter Nutzung des Fischinfomobils des Anglerverbandes, Kindern die faszinierende Welt der Gewässer und ihrer Bewohner näherzubringen. Direkt vor Ort können Schülerinnen und Schüler dann heimische Fischarten kennenlernen, Experimente durchführen und selbst zu kleinen Gewässerdetektiven werden.
Nach getaner Arbeit an diesem Vormittag wurde die „Beute“ auf die Einachsschlepper verladen und einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt. Mit auf den Heimweg haben die Mitglieder des Ortsvereins eine Diskussion zur Entwicklung ihres Hausgewässers, den Eichgarben, gegeben. Die Zukunft des Gewässers kann aus ihrer Sicht nur durch die Herstellung eines dauerhaften Durchflusses geregelt werden. Die Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes ist aus Sicht der Angler weder nachhaltig noch vor dem Steuerzahler zu verantworten. Dafür macht es aus ihrer Sicht Sinn im Land Weichen zu stellen.
Der Vorstand des KAV dankt allen Beteiligten für ihren selbstlosen Einsatz.
Text: Gerhard Jarosz
Bilder: 1-3 Gerhard Jarosz; 4-6 Mario Uthe
Bild zur Meldung: v.l.n.r.: AV Vorsitzender Werner Schomburg, Karsten Kluge, Marius Funke und Thomas Lindau mit ihrem Ergebnis am Eichgraben
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Traditioneller Frühjahrsputz am Vereinsgewässer (21.03.2026)
Gewässerpflege fester Bestandteil der drei "A" - Angelfischerei ist Artenschutz durch Artennutz