konsequentes Wildtiermanagement und einen europäischen Kormoran- Management-Plan gefordert
P R E S S E M I T T E I L U N G
Datum: 01.07.2025/cu
Kommission ProFisch des Deutschen Fischerei-Verbandes fordert konsequentes Wildtiermanagement und einen europäischen Kormoran-Management-Plan – Bayerischer Weg als Vorbild
Im Rahmen des Deutschen Fischereitags in Nürnberg tagte die Kommission ProFisch, vormals
bekannt als Kormorankommission des Deutschen Fischerei-Verbands. Vertreter aus Fischerei
und Wissenschaft sprachen sich geschlossen für ein modernes, adaptives Wildtiermanagement
aus. Zwei zentrale Forderungen standen im Fokus: Die Herabstufung des Schutzstatus
bestimmter Wildtiere – analog zum jüngsten Beispiel des Wolfs – sowie die Einführung eines
europaweit abgestimmten Managementplans für den Kormoran.
„Was beim Wolf möglich ist, muss auch für Fischotter, Biber und Kormoran gelten“
Mit Blick auf die zunehmend angespannte Lage an deutschen Gewässern fordert die
Kommission eine rechtssichere Grundlage für ein aktives Bestandsmanagement bei Arten wie
Fischotter, Biber und Kormoran. Welche Herausforderung das ist, sieht man ganz aktuell bei
dem erfolgreichen Eilantrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zur Aussetzung der Fischotter-
Allgemeinverfügung für Oberfranken. Absehbare Konsequenz: keine Fische, keine regionalen
Nahrungsmittel, keine Teiche, keine wertvollen Lebensräume…
Die Schäden an Fischbeständen und an der Teichwirtschaft nehmen weiter dramatisch zu.
Gerade die traditionelle Karpfenteichwirtschaft in Bayern und Sachsen ist besonders betroffen.
Es muss allen für den Artenschutz verantwortlichen Behörden klar sein, dass mit der Aufgabe
dieser Bewirtschaftungsform auch die besonders geschützten Lebensräume für Wasservögel
und Amphibien für immer verloren gehen. Ein selektiver Schutzansatz, der Rücksicht auf
ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen nimmt, ist längst überfällig. Die
Herabsetzung des Schutzstatus – wie sie auf EU-Ebene jüngst für den Wolf angestoßen wurde
– muss auch auf andere streng geschützte Arten übertragen werden, um lokalen
Handlungsspielraum zu schaffen.
Kormoran: Europäischer Managementplan gefordert
Besonderes Augenmerk lag auf dem Kormoran. Die in Europa weiter steigende Population
führt in vielen Regionen zu massiven Eingriffen in sensible Fischökosysteme. ProFisch fordert
daher die Aufnahme des Kormorans in Anhang II A der EU-Vogelschutzrichtlinie, um gezielte
Entnahmen rechtlich abzusichern. Ziel ist ein europaweiter Managementrahmen, der
Populationskontrolle und Schutz sensibler Gewässer umfasst.
Als Vorbild lobte das Bündnis den „Bayerischen Weg“, bei dem bereits heute durch sachliche
und wissenschaftlich fundierte Zusammenarbeit zwischen Behörden und Verbänden ein
pragmatischer Umgang mit dem Kormoran gelingt. Dieses Modell zeigt, dass Schutz und
Nutzung kein Widerspruch sein müssen.
Gesamtkonzept für Wildtiere in der Aquatischen Kulturlandschaft gefordert
Neben der Kormoran-Thematik sprach sich ProFisch für ein umfassendes Monitoring der
Bestände, die systematische Erfassung wirtschaftlicher Schäden und die Untersuchung des
Einflusses überschützter Arten auf die Biodiversität aus. Zentral ist dabei die Etablierung eines
akzeptanzfähigen Populationsniveaus für konfliktträchtige Arten und die vollständige
Finanzierung von Prävention und Entschädigung.
Kontakt: Stefan Jäger, oder Tel. 0201 466146
Bild zur Meldung: Grafik: G.Jarosz; Titel: konsequentes Wildtiermanagement und einen europäischen Kormoran- Management-Plan gefordert










