konsequentes Wildtiermanagement und einen europäischen Kormoran- Management-Plan gefordert

15.08.2025

P R E S S E M I T T E I L U N G

Datum: 01.07.2025/cu

Kommission ProFisch des Deutschen Fischerei-Verbandes fordert konsequentes Wildtiermanagement und einen europäischen Kormoran-Management-Plan – Bayerischer Weg als Vorbild

 

Im Rahmen des Deutschen Fischereitags in Nürnberg tagte die Kommission ProFisch, vormals

bekannt als Kormorankommission des Deutschen Fischerei-Verbands. Vertreter aus Fischerei

und Wissenschaft sprachen sich geschlossen für ein modernes, adaptives Wildtiermanagement

aus. Zwei zentrale Forderungen standen im Fokus: Die Herabstufung des Schutzstatus

bestimmter Wildtiere – analog zum jüngsten Beispiel des Wolfs – sowie die Einführung eines

europaweit abgestimmten Managementplans für den Kormoran.

 

„Was beim Wolf möglich ist, muss auch für Fischotter, Biber und Kormoran gelten“

 

Mit Blick auf die zunehmend angespannte Lage an deutschen Gewässern fordert die

Kommission eine rechtssichere Grundlage für ein aktives Bestandsmanagement bei Arten wie

Fischotter, Biber und Kormoran. Welche Herausforderung das ist, sieht man ganz aktuell bei

dem erfolgreichen Eilantrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zur Aussetzung der Fischotter-

Allgemeinverfügung für Oberfranken. Absehbare Konsequenz: keine Fische, keine regionalen

Nahrungsmittel, keine Teiche, keine wertvollen Lebensräume…

Die Schäden an Fischbeständen und an der Teichwirtschaft nehmen weiter dramatisch zu.

Gerade die traditionelle Karpfenteichwirtschaft in Bayern und Sachsen ist besonders betroffen.

Es muss allen für den Artenschutz verantwortlichen Behörden klar sein, dass mit der Aufgabe

dieser Bewirtschaftungsform auch die besonders geschützten Lebensräume für Wasservögel

und Amphibien für immer verloren gehen. Ein selektiver Schutzansatz, der Rücksicht auf

ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen nimmt, ist längst überfällig. Die

Herabsetzung des Schutzstatus – wie sie auf EU-Ebene jüngst für den Wolf angestoßen wurde

– muss auch auf andere streng geschützte Arten übertragen werden, um lokalen

Handlungsspielraum zu schaffen.

 

Kormoran: Europäischer Managementplan gefordert

 

Besonderes Augenmerk lag auf dem Kormoran. Die in Europa weiter steigende Population

führt in vielen Regionen zu massiven Eingriffen in sensible Fischökosysteme. ProFisch fordert

daher die Aufnahme des Kormorans in Anhang II A der EU-Vogelschutzrichtlinie, um gezielte

Entnahmen rechtlich abzusichern. Ziel ist ein europaweiter Managementrahmen, der

Populationskontrolle und Schutz sensibler Gewässer umfasst.

Als Vorbild lobte das Bündnis den „Bayerischen Weg“, bei dem bereits heute durch sachliche

und wissenschaftlich fundierte Zusammenarbeit zwischen Behörden und Verbänden ein

pragmatischer Umgang mit dem Kormoran gelingt. Dieses Modell zeigt, dass Schutz und

Nutzung kein Widerspruch sein müssen.

 

Gesamtkonzept für Wildtiere in der Aquatischen Kulturlandschaft gefordert

 

Neben der Kormoran-Thematik sprach sich ProFisch für ein umfassendes Monitoring der

Bestände, die systematische Erfassung wirtschaftlicher Schäden und die Untersuchung des

Einflusses überschützter Arten auf die Biodiversität aus. Zentral ist dabei die Etablierung eines

akzeptanzfähigen Populationsniveaus für konfliktträchtige Arten und die vollständige

Finanzierung von Prävention und Entschädigung.

 

Kontakt: Stefan Jäger, oder Tel. 0201 466146

 

Bild zur Meldung: Grafik: G.Jarosz; Titel: konsequentes Wildtiermanagement und einen europäischen Kormoran- Management-Plan gefordert