Kormoraneinfall nicht nur in der Helmeaue ein Problem
Die gegenwärtig zu beobachtende Verschärfung der Bedrohung unserer heimischen Fischbestände durch Kormoranfraß ist nicht nur ein lokales Problem. Der KAV berichtete [Beitrag vom 12. Januar 2026].
Sowohl an Helme, Unstrut, Saale und Elbe fallen gegenwärtig Kormoranschwärme über die heimischen Fischbestände her und richten enormen Schaden an.
Der [Landesanglerverband Sachsen-Anhalt] beleuchtet unter den Titel „Wenn Artenschutz in Konkurrenz gerät: Der Kormoran und die Zukunft unserer Fischbestände“ die verschiedenen Gesichtspunkte vorliegender Meldungen und zieht sachlich und fundiert Schlussfolgerungen für ein tragfähiges europäisches Gesamtkonzept.
Unter der Überschrift „Die Dosis macht das Gift!“ berichtet der [Landesanglerverbandes Brandenburg e.V.] über eine Kormoraninvasion an der Potsdamer Alten Fahrt und im Hafenbecken (Havel).
Der Deutsche Angelfischerverband e. V. (DAFV) warnt eindringlich vor den Folgen der hohen Kormoranbestände für die heimischen Fischpopulationen und bedrohte Fischarten. Die derzeit hohe Kormoranpopulation in Deutschland entspricht laut einer historischen Meta-Studie[1] keiner natürlichen Bestandsrückkehr auf Grundlage von Schutzmaßnahmen. Der Fischartenschutz dürfe im Naturschutz nicht länger eine untergeordnete Rolle spielen. Angesichts belastbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse über den negativen Einfluss hoher Kormoranbestände auf heimische Fische fordert der DAFV ein wirksames, bundesweit koordiniertes und europäisch abgestimmtes Kormoranmanagement.
Fischartenschutz gleichwertig berücksichtigen
Der DAFV kritisiert, dass Eingriffe zugunsten des Vogelschutzes im Naturschutz vielfach als selbstverständlich gelten, während vergleichbare Maßnahmen zum Schutz von Fischen häufig abgelehnt oder verzögert werden. „Fischarten dürfen nicht auf die Rolle reiner Nahrungslieferanten reduziert werden“, so Mau. „Ein moderner Naturschutz muss alle Artengruppen gleichwertig berücksichtigen.“
Der Präsident des DAFV fordert deshalb: „Wer hohe Bestände gezielt fördert, muss auch Verantwortung für die ökologischen Folgen entlang des gesamten Lebenszyklus dieser Art übernehmen. Fischartenschutz darf kein Artenschutz zweiter Klasse sein.“
Weiterführende Informationen: Dr. Guntram Ebel [Zum Einfluss des Kormorans
(Phalacrocorax carbo sinensis) auf Fischbestände in Fließgewässern Sachsen-Anhalts]
Text: Zusammenstellung von Gerhard Jarosz
Foto: LAV Brandenburg e. V. ; Marcel Weichenhan, Lars Dettmann
Bild zur Meldung: Foto: LAV Brandenburg e. V. ; Marcel Weichenhan










