Vorstand wird nach positiver Bilanz für weitere 4 Jahre von der Vertreterversammlung bestätigt

12.04.2026

Sangerhausen, den 11. April 2026

Nach der Begrüßung und einem ehrenden Gedenken der im Berichtszeitraum verstorbenen Mitglieder stand die Herstellung der Arbeitsfähigkeit der Versammlung auf dem Programm. Es folgte die Bestätigung der Ordnungen, sowie die Besetzung der Arbeitsgremien. 

Mit Interesse wurde der Bericht des Vorstandes erwartet. Ausgangspunkt dessen war die Wucht von Ereignissen, die den Schleier, der die Welt einhüllte, in der wir bisher zu leben glaubten, zerriss. Damit nicht genug. Wir sehen uns schlagartig mit politischen, ökonomischen und kulturellen Herausforderungen konfrontiert, die auch noch unaufschiebbare Aufgaben zur Bewältigung des Klimawandels bereithalten. 

 

Ein stabiler Verein, so stellte Jarosz fest, „ist weit mehr als ein Stück liebgewonnene Heimat. Im gesellschaftlichen Kontext betrachtet ist er ein verlässlicher Anker, der neben Halt auch noch Orientierung gibt. Ein naturverbundener Wertekompass macht resistent gegen gedankenlose Versprechen und elektronischer Überfrachtung“.

Daran schloss sich eine eindrucksvolle Bilanz an. So stieg die aktuelle Mitgliederzahl auf 1.215 Mitglieder in 21 Vereinen, was einen Zuwachs von 165 Mitglieder darstellt. Der Kinder- und Jugendanteil erhöhte sich von 11 % auf 16 % und der Anteil von Mädchen und Frauen stieg auf 3 %.

Auch bei den Pachtgewässern konnte ein Zuwachs von 16 ha Wasserfläche realisiert werden. Mit nunmehr 640 ha sind wir Angler größter Gewässerbewirtschafter in der Region.

Auch finanziell steht der Verein auf einem soliden Fundament und wirtschaftet ohne Beanstandungen. Nicht zuletzt drückt sich das in der vom Finanzamt bescheinigten Freistellung für die Sparkasse bis 2029  und der damit verbundenen Gemeinnützigkeit aus.

Eine wesentliche Verantwortung der Angler sieht Jarosz bei der Umsetzung des neuen Wassergesetzes, welches einen Paradigmenwechsel von der Abführung des Wassers zum Rückhalt in der Fläche beschreibt. Altarmanbindungen, laterale Vernetzungen und Reaktivierungen von kleinen Stau- und Meliorationsanlagen bekommen eine neue Bedeutung. Sie wieder zu Hotspots der Biodiversität und Faktoren zur Stabilisierung des Grundwasserspiegels gemeinsam mit dem Unterhaltungsverband zu entwickeln, schließt natürlich die Altarmanbindung bei Bennungen ebenso ein, wie die perspektivische Anbindung des Eichgrabens bei Wallhausen. Die Bespannung der noch vorhandenen Gräben nach Ertüchtigung der Stauwehre steht nach Sicht der Angler in keinem Widerspruch zur linearen Durchgängigkeit der Fließgewässer.

Natürlich wurde auch der Kormoraneinfall im vergangenen Winter thematisiert. Neben dem Dank an die Jägerschaft ist künftig aus Sicht der Angler staatliches Handeln zur Sicherung der Biodiversität zwingend notwendig. Fischartenschutz darf kein Artenschutz zweiter Klasse sein.  

 

Mit großer Zuversicht ging Jarosz auf bereits acht geplante Termine im laufenden Jahr für den Einsatz des neuen Fischinfomobils zur ökologischen Bildung an den Schulen ein. Er sagte dazu: „Das wird einen völlig neuen Blick auf die Anglervereine im Territorium erzeugen. Im Fokus der Öffentlichkeit wird aus Engagement in den Vereinen gesellschaftliche Anerkennung wachsen, die uns künftig völlig neue Türen aufstoßen lässt“. 

Nicht zuletzt machte der Vorsitzende auf eine am kommenden Wochenende anstehende Entscheidung auf der MV des LAV  aufmerksam. Dort wird über einen Antrag des Präsidiums des LAV zum Austritt aus dem Bundesverband entschieden. Jarosz sagte dazu, „dem Vorstand liegt eine umfangreiche Argumentation dazu vor. Auswirkungen auf den gemeinsamen Gewässerfonds und die Austauschkarten mit anderen Bundesländern sind unabhängig der Entscheidung nicht zu erwarten. Die nicht unerheblichen Einsparungen durch den Austritt werden aber erst zeitversetzt und durch neu entstehende Verpflichtungen minimiert. Der Vorstand hat ein Votum für den Austritt nach gründlicher Abwägung bekundet, hält aber eine endgültige Entscheidung nach Austausch letzter Argumente zur Mitgliederversammlung für die Abstimmung offen.

Neben dem Dank an die Vereine für die geleistete Arbeit zeichnete Jarosz ein optimistisches Bild für die Entwicklung in den nächsten Jahren. Bewährte Veranstaltungen, wie das Jugend- und Seniorenangeln, das Angeln mit Menschen mit Behinderung, Teich- und Fischerfeste sind Aushängeschilder, die im Fokus der Öffentlichkeit über unseren unverzichtbaren Beitrag im Umwelt-, Natur- und Artenschutz künden. Die Delegierten quittierten den Bericht mit Beifall. 

Im Anschluss folgten nach den Berichten des Schatzwartes und der Kassenprüfer, die dem Verein eine solide Arbeit bescheinigten hohe Verbandsauszeichnungen.

Mit der Ehrennadel des LAV in Gold konnten geehrte werden:

Karl Heinz Grund und Frank Haake.

Mit der Umwelt- und Hegemedaille:  Gerhard Hildebrandt und Riccardo Krafcick.

Im Anschluss folgten die Berichte der Kommissionen und die Entlastung des alten Vorstandes. Mit der Aufstellung der Kandidaten wurde zugleich einzeln über jeden abgestimmt. Zusammenfassend erhielten alle Vorschläge das Vertrauen der Delegierten.

 

Funktion

Name

Vorname

Verein

Geschäftsführender Vorstand

Vorsitzender

Jarosz

Gerhard

AV Wallhausen

Erster Stellvertreter & GF

Kemesies

Arndt

AV Oberröblingen

Zweiter Stellvertreter & LA

Hildebrand

Sven

AV Bennungen

Kassenwart

Pennewitz

Klaus

AV Sangerhausen

Gewässerwart

Häusler

Robby

AV „Petri Heil“ SGH

Beisitzer - erweiterter Vorstand

Beisitzer

Hach

Horst

SFV Roßla

Beisitzer

Hutzler

Raik

Leinetaler Fischerteam

Kassenprüfer

Revisor

Grund

Karl Heinz

AV Berga

Revisor

Gebhardt

Sven

AV Oberröblingen

Revisor

Zetsche

Uwe

SFV Beyernaumburg

 

 

Wir wünschen den Gewählten viel Erfolg, Gesundheit und natürlich allzeit Petri Heil. Mit einem herzlichen Dank an die Familienangehörigen schloss der alte, neue Vorsitzende die Vertreterversammlung.

 

Text: Gerhard Jarosz; Bilder: Anton Hutzler

 

 

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