Trockenheit in der Thyra – komplexe Zusammenhänge und ihre ersten Opfer

07.10.2026

Was für ein Verlust! 

 

Zu trocken, zu heiß, zu sonnig - so überschrieb die Mitteldeutsche Zeitung jüngst ihren beachtenswerten Artikel zum Trockenfallen der Thyra. Der Kollaps der Ökosysteme beginnt bei den kleinen Bächen. Ausgetrocknet oder in isolierte Resttümpel zerfallen, sinkt der Sauerstoffgehalt dramatisch, während sich das verbleibende Wasser stark erwärmt. Dies führt zu einem massiven Fisch- und Artensterben. Jüngst geschehen in der Thyra im Bereich der Ortslagen von Rottleberode und Berga. 

Besorgt fragen sich Anglerinnen und Angler, ist das der Anfang, oder wird es noch viel schlimmer? Dabei richtet sich der nachdenkliche Blick vieler Angler auf die Helme. Die blaue Hauptschlagader unserer Region, die 2012 und 2013 mit dem national begehrten Titel „Flusslandschaft des Jahres“ geehrt wurde, hat ebenfalls im Sommer mit Niedrigwasser zu kämpfen. Ausbleibende Schneelagen im Harz, fehlende Baumbestände in den Hochlagen und ein verändertes Niederschlagsgeschehen, hin zu Starkniederschlägen und längeren Hitzeperioden, erfordern ein neues Management im Umgang mit dem Wasser. 

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), welches den bekannten Dürremonitor betreibt, beschreibt das Hauptdefizit jedoch im tiefen Gesamtboden (bis 2 Meter Tiefe). Das UFZ berichtet in seinen Bilanzen für 2026, „dass sich das schwerwiegende Bodendefizit durch ausbleibende Niederschläge seit dem Herbst/Winter aufgebaut hat. Diese tiefen Schichten sind knochenhart ausgetrocknet“. Weiter führen die Wissenschaftler aus, das Starkregen das Defizit nicht ausgleichen kann. Nach Ansicht der Forscher „brauchte es einen extrem nassen, langanhaltenden Regen, um die Speicher wieder zu füllen“.  Als Folge leerer Grundwasserspeicher „fehlt den Gewässern der natürliche Zufluss von unten."

Eine erste Antwort hat die Landesregierung mit der Novellierung des Wassergesetzes für Sachsen-Anhalt Ende 2025 gegeben. Aus Sicht der Angler haben wir unsere Gedanken im Beitrag der Zeitschrift „Angler & Fischer in Sachsen-Anhalt“ 42/2026 Seite 22-23 unter dem Titel [„2025 – Neues Wassergesetz verabschiedet“] niedergeschrieben. 

Betrachtet man nachstehende Bilder, die Angelfreund Arndt Kemesies aufgenommen hat, wird für den Laien die ökologische Katastrophe nicht sofort sichtbar. Wir Angler wissen aber sofort, dass hier ganze Ökosysteme kollabieren. Neben den Fischen sind auch Fischnährtiere, Wasserpflanzen, Insekten, Vögel und die charakteristische Weichholzaue betroffen. Einstige Hotspots der Biodiversität weichen einer drohenden Versteppung ganzer Landstriche. Daher unterstützen wir den Unterhaltungsverband Helme und den Landesbetrieb für Hochwasserschutz bei ihrer verantwortungsvollen Arbeit, geeignete Maßnahmen zur Sicherung des Wasserkreislaufs in unserer Region zu ergreifen. Dazu gehört auch der Anschluss des alten Helme-Arms bei Bennungen, als zentrale Forderung der Angler, parallel zur Erarbeitung des Hochwasserschutzkonzeptes des Landes für die Helme.

 

Fotos: Arndt Kemesies; Text: Gerhard Jarosz 

 

 

Bild zur Meldung: ein erschreckender Blick ins trockengefallene Bachbett der Thyra

Fotoserien


Trockenheit in der Thyra – komplexe Zusammenhänge und ihre ersten Opfer (07.10.2026)

Klimawandel - sichtbar Bedrohung für Artenvielfalt in der Thyra

Urheberrecht:
Arndt Kemesies